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8. Dezember 2019
Altersvorsorge

Altersvorsorge - Alles was Sie wissen musst

In diesem Artikel befassen wir uns mit dem Thema Altersvorsorge und wie Sie sich innerhalb Ihres Lebensabends vor Altersarmut schützen zu können.

Wussten Sie, dass unsere Geburtenrate, obwohl es uns in Deutschland verhältnismäßig gut geht, deutlich niedriger ist als vor einem Jahrzehnt? Dazu kommt, dass sich die Menschheit unentwegt weiterentwickelt, unsere Bevölkerung immer älter wird und die Anzahl der älteren Menschen rasch zunimmt.

Der sogenannte „Generationenvertrag“ besagt in Deutschland, dass junge Erwerbstätige für die ältere Generation aufkommen. Doch wie sollen immer weniger junge Menschen für immer mehr Rentner „aufkommen“? Wie soll sich das Rentenniveau halten können?

Die Prognosen für die Zukunft sind schlecht. Das liegt aber nicht nur an den jetzigen Niedriglöhnen, sondern auch an der Massenarbeitslosigkeit in den 90er Jahren und um die Jahrtausendwende. Die Personen, die damals keine Arbeit hatten, kommen bald ins Rentenalter. Generell werden Gruppen, die heute schon gefährdet sind, wohl auch in Zukunft noch von Altersarmut bedroht sein.

Es galten im Jahr 2017 ganze 19.5% der reinen Rentnerhaushalte als armutsgefährdet – fast jeder Fünfte. Fast jeder Fünfte Rentnerhaushalt hat mit Altersarmut zu kämpfen.

Das deutsche Rentenniveau sinkt und es soll die nächsten Jahre weiter sinken.

Die gesetzliche Rente wird in den kommenden Jahrzehnten immer weniger zum Leben reichen. Schuld hierfür sind die oben genannten Punkte, die höhere Rentenbezugsdauer, der ansteigende Beitragssatz zur Rentenversicherung und der höhere Lebensstandard. Somit ist das Stichwort „Altersarmut“ selbst in den jungen Generationen bereits in aller Munde. Die Altersarmut umgibt uns bereits, man muss nur richtig hinsehen.

Eine sinnvolle, professionelle Ruhestandsplanung ist daher vor allem in jungen Jahren enorm wichtig, um sich in seinem Lebensabend vor jener Altersarmut zu schützen.

Private Altersvorsorge - Das 3-Schichten Modell

Bei der privaten Altersvorsorge haben Arbeitnehmer die Chance staatliche geförderte Leistungen in Anspruch zu nehmen.

Welche private Altersvorsorge-Möglichkeiten haben wir und wer gibt uns die nötigen Informationen dafür?

Die meisten Menschen haben lieber: kaum Wissen oder wissen nur sehr wenig, da wir weder in der Schule, noch im Studium und der Ausbildung im Thema Finanzen ausreichend ausgebildet werden.

Daher beschäftigt sich dieser Artikel mit den verschiedenen Altersvorsorgemodellen, die Sie in Deutschland nutzen können. Dabei gehen wir vor allem auf geförderte Sparpläne, die geförderte Privatrente, interessante Renditechancen und alternative Sparformen ein.

Die private Altersvorsorge lässt sich in 3 Schichten einteilen, das sogenannte 3-Schichten Modell.

Das 3-Schichten Modell zeigt Ihnen in 3 verschiedenen Schichten vom Staat geförderte und ungeförderte Möglichkeiten zur Privatrente. Welche Sparform davon genau die richtige Privatrente für Sie ist, ob gefördert oder nicht, hängt von Ihrer derzeitigen Lebenssituation ab und Ihrer Planung für Ihren individuellen Lebensabend.

Basisrente - Die 1. Schicht

In der 1. Schicht befassen wir uns mit der Basisrente, auch Rürup Rente genannt (nach dem Ökonomen Bert Rürup). Sie wurde im Jahr 2005 vom Gesetzgeber im Zuge des Alterseinkünftegesetzes (AltEinkG) als geförderter Sparplan eingeführt.

Ein Grund für die Einführung dieser Privatrente war unter anderem, dass es bis dahin für Selbständige und Freiberufler keine Form der Altersvorsorge gab, die staatlich gefördert wurde.

Was die Produktflexibilität angeht, hat sich der Gesetzgeber bei der Definition der Rürup Rente eng an der der gesetzlichen Rentenversicherung orientiert. Die Basisrente ist ein privates Vorsorgeprodukt, welches nach dem Prinzip der Kapitaldeckung funktioniert. Eine Auszahlung ist nur als Rente möglich und als Hinterbliebene kann man, genau wie in der gesetzlichen Rentenversicherung, nur Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder einschließen.

Die Steuervorteile der Rürup Rente sind hochinteressant, denn im Jahr 2018 waren 86% der eingezahlten Beiträge steuerlich absetzbar. Jedes Jahr erhöht sich sogar dieser Prozentsatz um 2%. Das erhöht Ihre Renditechancen!

Ihre Lebenssituation ist auch im Falle von Arbeitslosigkeit geschützt: Weder die Agentur für Arbeit noch das Sozialamt oder eventuelle Gläubiger haben Zugriff darauf. Für die Steuervorteile durch eine Rürup Rente ist der Höchstbetrag in 2018 von 23.808 € pro Person zu berücksichtigen. Verheiratete Paare sind bei 47.616€. Unter anderem müssen die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung hiervon jedoch noch abgezogen werden.

Für wen lohnt sich die Basisrente?

Vor allem lohnt sich die Basisrente für Selbstständige und Freiberufler, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Doch die Basisrente ist grundsätzlich für jeden interessant der einkommensteuerpflichtig, einen hohen Steuersatz zahlt und seinen Wohnsitz in Deutschland hat.

Riester-Rente - Die 2. Schicht

In der 2. Schicht werfen wir ein Auge auf die altbekannte Riester-Rente.

Die Bezeichnung „Riester-Rente“ geht auf Walter Riester zurück und wurde im Zuge der Rentenreform 2001 eingeführt. Mit der Riester Rente soll das sinkende Rentenniveau im Alter ausgeglichen werden.

Der Staat bezuschusst die Riester-Rente auf zwei Wegen: zum einen durch Zulagen und zum anderen durch Steuervorteile.

Die Zulagen setzen sich aus einer Grund- und einer Kinderzulage zusammen:

  • Die Grundzulage beträgt ab dem Beitragsjahr 2018 175 Euro pro Person und Jahr.
  • Die Kinderzulage beträgt 185 Euro (für Kinder, die vor Ende 2007 geboren worden sind) bzw. 300 Euro (für Kinder, die 2008 und später geboren worden sind).

Gewährt wird die Kinderzulage nur für Kinder, die kindergeldberechtigt sind.

Alle Berufseinsteiger (die bei Vertragsabschluss noch keine 25 Jahre alt sind) erhalten einmalig einen Bonus von 200 Euro.

Dadurch lassen sich durch diese Sparform auch geförderte Fondssparpläne kreieren, wodurch Ihre Renditechancen merklich erhöht werden können.

Vorteile der Riester-Rente

Gegenüber dem Finanzamt können Riester-Verträge in der Steuererklärung die eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen als Sonderausgaben bei der Einkommensteuer geltend machen.

Die Beiträge sind zu 100% innerhalb der Einkommenssteuererklärung absetzbar- jedoch nur bis zu einer Höchstgrenze von 2100€/Jahr. Wie hoch der Sparbeitrag ausfällt, hängt allerdings vom Einkommen ab, denn anrechenbar sind maximal 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres. Auch hier gilt die Höchstgrenze von 2.100 Euro pro Jahr.

Für wen lohnt sich die Riester-Rente?


Die Riester Rente lohnt sich für all jene, die Einkommenssteuer bzw. gesetzliche Rentenbeiträge zahlen. Denn neben den möglichen Zulagen profitieren Riester-Sparer vor allem durch Einsparungen bei der Einkommenssteuer. Damit ist die Riester Rente vor allem für Angestellte und Auszubildende interessant.

Wie stark man von den Vorteilen der Riester-Rente profitieren kann, hängt von der beruflichen Situation, dem Einkommen und der Anzahl der Kinder ab.

Hier ein kleines Beispiel für eine Riesterberechnung:


Eine 35 jährige Frau arbeitet als Büroangestellte, verdiente 2600 €/mtl. als Vorjahresbrutto und erzieht 2 Kinder. Eins wurde vor 2008 geboren und das andere nach 2008.


Die Zulagen setzen sich wie folgt zusammen:

  • 175€ Grundzulage
  • 185€ Kinderzulage (da vor 2008 geboren)
  • 300€ Kinderzulage (da nach 2008 geboren)

zu berücksichtigendes Einkommen:

(2600€ x 12) x 0,04 = 1248€ = 4% des Vorjahresbrutto

1248€- (175€ - 185€ - 300€) = 588€ = Jahresbeitrag

4% Vorjahresbrutto – (Grundzulage – Kinderzulage 1 – Kinderzulage 2) = Jahresbeitrag

588€ / 12 = 49€ monatlicher Beitrag


1248 Euro werden jährlich inklusive den Zulagen auf das Riester-Konto gezahlt.

Das macht monatlich 104 Euro, wobei die 35 jährige Mutter nur 49 Euro davon monatlich beisteuert, die in die Altersvorsorge eingezahlt werden.

Bei der Riester-Rente gibt es zahlreiche weitere Vorteile und Zuschussmöglichkeiten. Diese können von Person zu Person, je nach Beruf, Alter und Einkommen, variieren.


Die Herausforderung ist, dass es ein gesetzlich vorgesehenes Garantieprodukt ist. Dies bedeutet, dass jeder Beitrag zu 100% in der Rente in der Auszahlungsphase garantiert werden muss.

Das bedeutet, dass diese vertraglich vorgesehenen Garantien von Versicherungen getragen werden müssen. Ihr Beitrag kann damit nicht optimal investmentbasiert angelegt werden, sondern muss i.d.R. defensiver ausgerichtet werden - dies reduziert Ihre Rendite und den damit verbundenen Zinseszinseffekt.

Flexible Altersvorsorge - Die 3. Schicht

Die 3. Schicht befasst sich mit der ungeförderten Privatrente. Zu dieser Sparform zählen traditionell die kapitalbildende Lebensversicherung, aber auch das Sparen mit (Aktien-) Fonds durch Versicherungen.


In einem Fondssparplan sind Sie bei Anlage und Verwendung Ihres Geldes flexibel. Verträge der Privatvorsorge sind übertragbar, veräußerbar, beleihbar und vererbbar. Darüber hinaus sind alle Anlageklassen möglich, von Garantieprodukten im klassischen Deckungsstock einer Versicherung bis zu rein fondsgebundenen Produkten.


Viele Menschen möchten etwas zurücklegen, das langfristig mehr Rendite bringt als die niedrigen Zinsen, die es derzeit auf Tages- und Festgeld gibt. Aber gleichzeitig soll das Geld verfügbar bleiben, wenn sich die Lebensumstände ändern.

Für wen macht eine flexible Altersvorsorge Sinn?

Wenn Sie Ihr Erspartes im Alter flexibel verwenden wollen, z.B. größere Raten oder den gesamten Betrag auf einmal abheben möchten, sollten Sie auf jeden Fall einen Blick in die flexible Altersvorsorge werfen. Im Bezug auf Familie, Beruf und Gesundheit kann sich alles von einem Tag auf den anderen ändern. Immense Kosten treten häufig aus dem Nichts auf. Problematisch wird es aber erst, wenn Sie gar nicht an Ihr Erspartes kommen oder große Einbußen in Kauf nehmen müssen, um an Ihr Geld zu gelangen.


Einige Vorsorgeprodukte, wie Riester oder die Vorsorge über den Betrieb, lohnen sich nur dann, wenn Sie für eine lange Zeit angestellt sind. Wer öfter den Job wechselt oder auch freiberuflich tätig ist, hat am Ende von der Förderung nicht viel. wäre ein Fondssparplan als flexible Altersvorsorge,, die richtige Richtung.


Ein kleiner Einblick in die Materie verstärkt unsere Vermutung:


Die private Altersvorsorge stellt eine große Herausforderung für die meisten Menschen dar. Sie ist intransparent und die Auswahl an Produkten ist sehr groß. Als unabhängiger Finanzdienstleister haben wir uns individuelle Altersvorsorge-Modelle spezialisiert. Dabei achten wir ganz besonders auf Transparenz, auf Kosteneffizienz und Steuervorteile. Eine professionelle Beratung ist empfehlenswert, da die Komplexität der Materie immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Bild: Photo by Wynand van Poortvliet on Unsplash

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